Hormus-Krise: Warum Italien und Großbritannien zittern – Deutschland noch nicht

Es beginnt mit einem leisen Knacken in der Bordwand. Metall arbeitet, das Schiff vibriert, irgendwo klirrt eine Tasse in der Kombüse. Draußen ist es noch dunkel, nur der schmale Streifen der Morgendämmerung über dem Wasser – blassrosa, fast unschuldig. Der Tanker bewegt sich langsam durch die Meerenge von Hormus, eine schwimmende Stahlstadt, schwer beladen mit Öl, das in wenigen Tagen in europäischen Häfen gelöscht werden soll. In den Kabinen flimmern die Bildschirme: Satellitenkarten, Radarbilder, rote und gelbe Punkte. Und immer wieder derselbe Name: Strait of Hormuz. Die Meerenge, von der abhängt, ob in Europa die Lichter anbleiben, Fabriken laufen, Heizungen warm werden.

Die unsichtbare Nabelschnur Europas

Auf der Karte sieht die Straße von Hormus aus wie eine schmale, unscheinbare Kerbe zwischen dem Iran im Norden und Oman im Süden. 40, vielleicht 50 Kilometer breit – ein Streifen Wasser, den man mit dem Auto in einer halben Stunde quer fahren könnte, wenn es denn eine Brücke gäbe. Und doch ist diese Kerbe die vielleicht wichtigste Nabelschnur der globalen Energieversorgung.

Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls passieren diese Wasserstraße. Flüssiggas (LNG), mit dem Europa seine Speicher füllt, quetscht sich hier in schweren, träge wirkenden Tankern hindurch. Es ist ein seltsamer Kontrast: Oben das satte, flüssige Blau des Meeres, unterbrochen von weißen Heckwellen; darunter eine unsichtbare Pipeline aus Stahlrümpfen, die unseren Alltag speist.

Wenn in Hormus etwas schiefgeht, spürt man das Tausende Kilometer weiter westlich – an Tankstellen in Sizilien, in Gaskraftwerken nahe London, irgendwann vielleicht auch an deutschen Supermarktkassen. Der Flaschenhals liegt nicht vor Triest, nicht in der Nordsee, nicht am Rhein. Er liegt hier, zwischen graubraunen Felsklippen und flimmernder Hitze, in einem Gebiet, das von Spannungen, Drohgebärden und plötzlichen Eskalationen geprägt ist.

Die „Hormus-Krise“ ist deshalb nichts Abstraktes. Sie hängt direkt mit der Frage zusammen, warum in Italien und Großbritannien die Nervosität wächst – und warum Deutschland sich bislang vergleichsweise ruhig gibt.

Warum Italien und Großbritannien zittern

Stell dir einen kühlen Morgen im Hafen von Milford Haven an der walisischen Küste vor. Nebel liegt tief über dem Wasser, Möwen schreien, und aus der Ferne schiebt sich ein LNG-Tanker in den Hafen – beladen mit Gas aus Katar, das über die Straße von Hormus gekommen ist. Dieser eine Tanker ist nur ein Glied in einer Kette von Schiffen, doch zusammen bilden sie die Lebensader für einen großen Teil der britischen Energieversorgung.

Großbritannien hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker auf Flüssiggasimporte verlegt. Die heimische Nordseeproduktion geht zurück, Kohle ist politisch verbrannt, Kernenergie auf dem Rückzug. Also Gas – flexibel, effizient, schnell regelbar, so das Versprechen. Rund ein Fünftel des britischen LNG-Imports kommt aus Katar, also aus einer Region, die ohne die Straße von Hormus praktisch keinen Zugang zum Weltmarkt hätte.

Auch Italien ist in einer verwundbaren Position. Zwar fließt dort noch Gas aus Algerien und Aserbaidschan durch Pipelines, doch für viele neue Lieferbeziehungen gilt: Sie kommen per Schiff. Italien baut LNG-Terminals aus, will unabhängiger von Russland werden und setzt zugleich auf Gas als Brückentechnologie. Die Tanker, die vor der toskanischen Küste ankern, haben oft die gleiche Route hinter sich wie jene, die nach Großbritannien fahren: Golf von Oman, Straße von Hormus, Arabisches Meer, Suezkanal, Mittelmeer.

Diese beiden Länder sind damit empfindlicher für jede Unruhe in der Region. Wenn Spannungen mit dem Iran eskalieren, Milizen drohen oder es zu Zwischenfällen mit Handelsschiffen kommt, schlagen die Wellen zuerst in London und Rom hoch. Nicht nur politisch, sondern auch an den Energiebörsen: Schon Gerüchte über mögliche Blockaden von Hormus lassen die Preise springen, und damit steigen die Kosten für Verbraucher und Unternehmen.

Geografie der Abhängigkeit

Die Abhängigkeit spürt man nicht gleich, wenn man durch eine italienische Altstadt läuft oder an einer englischen Küste steht. Sie ist eingewoben in Versorgungsverträge, Schiffsbewegungen, Hafenkapazitäten. Und doch lässt sie sich in einer einfachen Tabelle sichtbar machen:

Land Wichtige Gas-/Ölquellen Abhängigkeit von Hormus
Italien Algerien, Aserbaidschan (Pipelines), LNG aus Katar u.a. Mittel – wachsend durch LNG-Importe
Großbritannien Norwegen, Rest-Nordsee, LNG (v.a. Katar, USA) Deutlich – wichtiger Teil des LNG kommt über Hormus
Deutschland Norwegen, Niederlande, LNG (v.a. USA, Norwegen) Gering – Fokus auf Nordsee- und Atlantikrouten

Diese Matrix ist vereinfacht, aber sie trifft den Kern: Italien und Großbritannien spüren jeden Zucken in Hormus direkter, während Deutschland seine Verwundbarkeit verlagert hat – weg vom Nahen Osten, hin zu anderen Abhängigkeiten.

Deutschland: Die Ruhe nach dem Schock

Vor nicht allzu langer Zeit wäre Deutschland der Inbegriff der Energie-Nervosität gewesen. Als russische Gasströme versiegten, wurden Begriffe wie „Gasmangel“, „Rationierung“ und „Blackout“ Teil der Alltagssprache. Doch in dieser Schockphase veränderte sich die Landkarte der Abhängigkeiten in rasantem Tempo.

Neue LNG-Terminals tauchten auf wie provisorische Inseln an der Nordseeküste: Wilhelmshaven, Brunsbüttel, später Stade. Anstatt Gas durch Pipelines aus dem Osten zu holen, kamen nun Tanker aus den USA, aus Norwegen, aus anderen Regionen des Atlantiks. Auf den Bildschirmen der Reedereien verschob sich das Muster der Routen: weniger Schwarzmeer, weniger Ostsee, kaum Nahost – mehr Nordatlantik, mehr Nordsee.

Wenn man heute auf die deutsche Importstatistik blickt, zeigt sich ein klares Bild: Öl kommt zu einem guten Teil aus Norwegen, Großbritannien und den USA. Gas fließt aus Norwegen, über Pipelines aus den Niederlanden, sowie als LNG aus dem nordatlantischen Raum. Natürlich gibt es nach wie vor Verflechtungen mit dem globalen Markt – Preisimpulse machen nicht an Landesgrenzen Halt – aber die direkte physische Abhängigkeit von der Straße von Hormus ist vergleichsweise gering.

Deshalb wirkt die Hormus-Krise in Deutschland gedämpfter, wie ein fernes Donnergrollen hinter Hügelketten. Man hört es, man weiß, dass es da ist, aber der Himmel über einem selbst ist noch nicht bedrohlich schwarz. Politiker warnen, Analysten rechnen Szenarien durch, doch im Alltag bleibt vieles erstaunlich normal. Vielleicht zu normal.

Das leise Summen der indirekten Effekte

Denn was sich leicht überhören lässt: Energiemärkte sind nicht lokal, sie sind global verwoben. Wenn Großbritannien plötzlich mehr LNG aus den USA nachfragt, weil Schiffe aus Katar ausbleiben, dann konkurriert London mit Wilhelmshaven und Rotterdam um dieselben Tankerladungen. Steigen die Preise, spürt das auch die deutsche Industrie. Wenn Italien seine Pipelines aus Nordafrika stärker auslastet, steigt der politische Preis dieser Beziehungen – und damit die Fragilität des Systems insgesamt.

Das bedeutet: Deutschland mag weniger direkt von Hormus abhängig sein, aber es ist eingebettet in ein Europa, das sich nicht einfach abschotten kann. Die Nervosität der Nachbarn ist ein Vorzeichen für Spannungen, die sich früher oder später auch hier bemerkbar machen können – sei es bei Strompreisen, in Lieferketten, in der Inflation.

Hormus auf der Brücke: Wie sich Angst anfühlt

Zurück auf die Brücke unseres Tankers im Morgengrauen. Der Kapitän steht mit verschränkten Armen vor den Monitoren, neben ihm ein junger Offizier, der den Kurs überwacht. Zwischen den Anzeigen hängen zwei Fotos: eins von der Familie des Kapitäns, das andere eine ausgedruckte Karte mit markierten Zonen – „Risk Area“, „No-Go“, „Recommend Route“. Die Straße von Hormus ist rot eingerahmt.

Die Crew kennt die Geschichten: festgesetzte Tanker, Drohnenangriffe, Minen an Rümpfen, chaotische Szenen zwischen Kriegsschiffen und Handelsschifffahrt. Die meisten Fahrten verlaufen friedlich, fast langweilig. Und doch trägt jede Überquerung den Unterton des Unberechenbaren. Ein falsches Manöver, ein Missverständnis zwischen Patrouillenbooten und Tankern, ein politischer Befehl aus Teheran – und die globalen Energiemärkte zucken.

Wenn europäische Regierungen in diesen Tagen Krisensitzungen abhalten, reden sie nicht in erster Linie über langfristige Klimaziele. Sie reden über Transitgarantien, militärische Präsenz, Versicherungsaufschläge für Reedereien. Sie rechnen durch, was passiert, wenn die Versicherer sich weigern, bestimmte Routen zu decken, weil das Risiko zu hoch wird. Denn ohne Versicherung fährt kein Handelsschiff – nicht mit dieser Ladung, nicht bei diesen Summen.

Für Länder wie Großbritannien und Italien, die stark auf seegestützte Energieimporte angewiesen sind, hat dieser Nervenkitzel eine besondere Schärfe. Er ist der Preis einer Energiepolitik, die auf Weltmarkt und Flexibilität setzt – und darauf, dass kritische Seewege offen bleiben. Für Deutschland, das nun stärker auf den Atlantik blickt, ist dieser Preis geringer, aber nicht null. Denn auch die LNG-Tanker aus den USA durchqueren kritische Zonen, und die Weltmärkte belohnen oder bestrafen Unsicherheiten mit brutaler Konsequenz.

Das Spiel mit der Verdrängung

In deutschen Talkshows lässt sich daher eine subtile Verdrängung beobachten. Man spricht gern darüber, dass man „weg von russischem Gas“ ist, dass man nun „auf mehrere Schultern“ setze. Die Botschaft: Wir sind widerstandsfähiger geworden. Weniger wird darüber gesprochen, dass neue Abhängigkeiten entstanden sind – von Fracking-Gas aus den USA, von norwegischen Pipelines, von schwimmenden LNG-Terminals, die in stürmischen Wintern ihre eigenen Risiken mitbringen.

Die Hormus-Krise hält Europa einen Spiegel vor: Wer zittert, wer nicht – und warum eigentlich nicht? Dass Deutschland noch vergleichsweise ruhig wirkt, ist zu einem Teil eine Erfolgsgeschichte rascher Diversifizierung. Aber es ist auch eine Geschichte des Glücks in der Geografie und einer gewissen Kurzsichtigkeit. Denn solange Europa als Ganzes auf fossile Energie angewiesen bleibt, bleibt es auch verwundbar. Mal hier, mal dort.

Was, wenn es wirklich knallt?

Stellen wir uns einen Tag X vor, an dem die Straße von Hormus tatsächlich blockiert wird – nicht nur durch Drohungen, sondern physisch: Minen, versenkte Schiffe, militä­rische Konfrontationen. Die Tanker ankern, drehen ab, suchen Alternativen, die es praktisch nicht gibt. Binnen Stunden schnellen die Öl- und Gaspreise nach oben. Binnen Tagen werden Lieferketten durcheinandergewirbelt.

In Italien würden Gaskraftwerke teurer produzieren, der Staat müsste eingreifen, Subventionen ausweiten oder Verbraucher belasten. In Großbritannien, wo der Energiemarkt ohnehin angespannt ist, könnten Preissprünge politischen Sprengstoff liefern. Protestslogans würden sich schnell schreiben: „Warum sind wir so abhängig?“ – „Wer hat uns in diese Lage gebracht?“

Und Deutschland? Zunächst käme vermutlich der reflexhafte Hinweis: Unsere direkten Lieferungen sind kaum betroffen, unsere Speicher sind noch gut gefüllt. Doch je länger die Krise anhielte, desto stärker würden die indirekten Effekte greifen. LNG-Ladungen, die eigentlich für Europa bestimmt waren, könnten in Richtung Asien umgeleitet werden, wo die Zahlungsbereitschaft höher ist. Wettbewerb um knappe Tanker und Frachtkapazitäten würde die Lage verschärfen.

Auch Unternehmen, die heute schon über hohe Energiekosten klagen, würden eine neue Welle an Belastungen spüren. Stahlwerke, Chemie, Glas – alles Branchen, die ohnehin um ihre Zukunft in Deutschland ringen. Eine Krise in Hormus wäre wie ein zusätzlicher Stein auf der Waage, die darüber entscheidet, ob Produktion bleibt oder abwandert.

Lehren aus der Stille vor dem Sturm

Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob Deutschland aktuell nervöser sein müsste, weil Hormus brodelt. Die Frage ist, ob es klug ist, sich von jeder neuen Krise nur so weit erschüttern zu lassen, wie die direkten Verflechtungen reichen – und den Rest als Problem der anderen abzutun. Die Erfahrung mit russischem Gas hat gezeigt: Was heute „Problem der anderen“ ist, kann morgen direkt an die eigene Haustür klopfen.

Eine vorausschauende Politik würde die Ruhe, die Deutschland derzeit genießt, nicht als Dauerzustand missverstehen. Sie würde sie nutzen. Um den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen, nicht nur als Klimaschutzprojekt, sondern als strategischen Schutzschild gegen Krisen an Nadelöhren wie Hormus. Um Europas Energieinfrastruktur stärker zu vernetzen, sodass Schocks in einem Land nicht sofort das gesamte Gebilde ins Wanken bringen. Und um ehrlich über Kosten und Risiken von LNG, Fracking und neuen Lieferketten zu sprechen, statt sie als saubere Lösung nach der Pipeline-Ära zu verkaufen.

Zwischen Meer und Morgen: Europas Entscheidung

Am Ende dieses gedanklichen Weges stehen wir wieder auf der Brücke des Tankers, der langsam aus der Straße von Hormus hinausgleitet. Die Sonne ist inzwischen über dem Horizont aufgegangen, das Meer wirkt friedlich, fast gemächlich. Die Gefahr sitzt hier nicht im Wasser selbst, sondern in den Linien, die wir Menschen darübergelegt haben: Grenzziehungen, Handelsrouten, militärische Zonen, politische Forderungen.

Es ist eine seltsame Vorstellung: Ein paar Dutzend Kilometer Wasser entscheiden darüber, ob in einer Wohnung in Neapel das Licht angeht, ob eine Fabrik in Birmingham weiterläuft, ob ein Haushalt in Hamburg im Winter bezahlbar heizen kann. Während wir in Europa über Wärmepumpen, E-Autos und Effizienzstandards diskutieren, rauschen unter all diesen Debatten weiterhin die Tanker durch Hormus – und durch andere Engstellen dieser Welt.

Italien und Großbritannien spüren den kalten Hauch dieser Abhängigkeit gerade besonders deutlich im Nacken. Deutschland – geografisch günstiger gelegen, nach dem Russland-Schock rasch umgesteuert – zittert noch nicht in der gleichen Intensität. Doch die Hormus-Krise erzählt eine Geschichte, die größer ist als ein einzelner Flaschenhals: die Geschichte eines Kontinents, der seit Jahrzehnten die Bequemlichkeit günstiger, fossiler Energie genossen hat – und nun Schritt für Schritt lernen muss, dass jede Bequemlichkeit ihren Preis hat.

Vielleicht ist die leise Vibration im Rumpf eines Tankers in Hormus der Soundtrack unserer Gegenwart. Sie erinnert uns daran, dass unsere Lichter, unsere heiß laufenden Serverfarmen, unsere stählernen Produktionshallen irgendwo verbunden sind mit fernen Küsten, mit engen Meerengen, mit politischen Entscheidungen, die in anderen Zeitzonen getroffen werden. Und sie stellt uns vor eine Wahl: Warten wir, bis der nächste Schock uns direkt trifft – oder nutzen wir die Phase, in der wir noch nicht zittern, um etwas Fundamentaleres zu verändern?

FAQ zur Hormus-Krise und Europas Energieabhängigkeit

Warum ist die Straße von Hormus so wichtig?

Durch die Straße von Hormus laufen etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls und ein erheblicher Anteil des Flüssiggases (LNG) aus dem Persischen Golf. Für Länder, die stark auf Öl- und Gasimporte aus dieser Region setzen, ist Hormus damit ein kritischer Engpass.

Weshalb sind Italien und Großbritannien stärker betroffen als Deutschland?

Italien und Großbritannien beziehen einen spürbaren Teil ihrer Energie, vor allem LNG, aus Ländern wie Katar, deren Exporte praktisch alle durch Hormus müssen. Deutschland hat seine Importe nach dem Wegfall russischer Lieferungen stärker auf Norwegen, die Niederlande und LNG aus dem Atlantikraum (z.B. USA) verlagert und ist daher weniger direkt von Hormus abhängig.

Kann eine Blockade von Hormus auch Deutschland treffen?

Ja, wenn auch indirekt. Eine Blockade würde weltweit Öl- und Gaspreise steigen lassen. Länder wie Großbritannien und Italien müssten sich stärker um alternative Lieferungen bemühen und würden damit auf denselben Märkten konkurrieren wie Deutschland. Das würde auch hierzulande Preise und Versorgungssicherheit beeinflussen.

Ist LNG eine sichere Alternative zu Pipeline-Gas?

LNG bietet mehr Flexibilität, weil es weltweit per Schiff transportiert werden kann. Aber auch LNG ist von Seewegen, politischen Spannungen, Hafeninfrastruktur und knappen Spezialtankern abhängig. Es löst alte Abhängigkeiten teilweise ab, schafft aber neue – etwa von bestimmten Exportländern oder kritischen Meerengen.

Wie kann Europa seine Verwundbarkeit langfristig verringern?

Langfristig helfen vor allem drei Strategien: ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien und Speicher, um weniger fossile Energie zu brauchen; eine engere europäische Vernetzung von Strom- und Gasnetzen, um Schocks besser abzufedern; sowie eine ehrliche Diversifizierung der Lieferbeziehungen, die nicht nur kurzfristige Preisvorteile, sondern auch politische Stabilität und Risiken im Blick hat.

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